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"Das Gespenst von Canterville"Foto: Jörg Landsberg



"Das Gespenst von Canterville"
Weihnachtsmärchen nach Oscar Wilde

Ein Gespenst spukt sich um seine Ruhe

Die Amerikaner kommen und mit ihnen Micheal Jacksons Fleckenweiß – Macht Flecken weg zum kleinen Preis. Familie Otis aus Amerika hat den Stammsitz der Cantervilles gekauft und schafft es mit dem soeben oben genannten Fleckenentferner den Jahrhundert alten Blutfleck in der Eingangshalle zu entfernen. Eben jener Blutfleck der seit dem Tag existiert an dem Sir Simon von Canterville seine Frau Eleonore erschoss.
Sir Simon- wundervoll gespenstisch dargestellt von Martin Baum- spuckt seit dem durch das Schloss und hat es bis jetzt auch immer geschafft Interessenten an seinem Schloss in die Flucht zu schlagen. Doch Familie Otis vor allem die Eltern gespielt von Gabriele Möller –Lukasz und Fred Aspke) glauben nicht an Gespenster – die Söhne Tom und Jerry (laut und nervig Jan Boyl und Timo Lampka) finden es eher cool. Nur die Tochter Virginia (reizend: Berit Möller) zeigt ehrliches Interesse an dem Gespenst.
Zwischen Sir Simons hoffnungslosen Versuchen die neuen Bewohner zu Tode zu erschrecken gibt es immer wieder lustige Gesangs und Tanzeinlagen aller Darsteller, die die Geschichte lebendig machen und die Innenwelt der Figuren zeigt.
Doch die Otis erschrecken Sir Simon viel mehr als das er sie erschreckt und so kommt es wie es kommen muss nach dem Sir Simon zum endgültigen Schlag gegen die Familie ansetzt wird er so von den Söhnen der Familie erschreckt, das er sich am Ende erschöpft und verzweifelt in sein Kellerverlies zurück zieht , wo ihn der treue Butler Oscar findet und der Zuschauer erfährt, das auf Sir Simon seit dem Mord an seiner Frau ein Fluch lastet. Aber Rettung naht…
Monika Gora ist mit der Kulissenkonstruktion wirklich ein Meisterstück gelungen. Die drehbare Bühne macht es möglich gleich mehrere Schauplätze zu benutzen – das Schloss wird von all seinen Seiten gezeigt.
Die Geschichte und ihre Darstellung wurden auf wundervolle Weise durch die Musik und die Lieder unterlegt. Wobei im Besonderen die beiden Musiker (Martin Kruzig und Jens Piezunka) auf der Bühne zu erwähnen sind, die auf amüsante Art und Weise immer wieder auftauchen und auch für den Gruseleffekt bei Sir Simons Spuckversuchen sorgen.
Auf der einen Seite das englische Schloss mit Oscar, dem Butler, die Höflichkeit in Person und Sir Simon dem Gespenst, das so gar nicht gruselig, dafür aber sehr witzig ist (schließlich strickt es um besser nachdenken zu können, wenn es nicht gerade Oscar zu einer Partie Federball im Verlies zwingt) und auf der anderen Seite, die Otis. Eine laute, chaotische Familie, die Werbeslogans vor sich hin singt, wie jede gute Verkaufsfee im Fernsehen.
Kein Wunder das es zu Turbulenzen kommt, wenn diese beiden Welten aufeinander prallen – was aber ums o besser für den Zuschauer ist. Denn es erwartet ihn 80 Minuten voller Gesang, Tanz und Witz.
Kinder werden begeistert sein von dieser bunten Welt, in der Sie auch manchmal mit dran teilhaben können, wenn sie zu Beispiel von Sir Simon gefragt werden, als was er sich verkleiden soll um die Familie Otis am besten erschrecken zu können.
Aber auch die älteren Zuschauer werden ihre Freude haben, wenn Sir Simon sich mit dem gar nicht so stummen Portrait seiner Frau streitet oder sie den Verweisen auf die amerikanische Popkultur lauschen. Jedenfalls ging es dem Publikum so, das nicht mehr aufhören wollte zu applaudieren. Es hätte ruhig noch mal 80 Minuten gehen können.
Ein Spaß für Klein und Groß.

L. Stukenborg
Blickwinkel Kultur-Magazin

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